Zwischenleben**
Viele Menschen existieren zwischen dem Leben der anderen: in Zelten, Jurten, Höhlen oder selbstgebauten Hütten – immer kurz vor der Verdrängung. Oder als Künstler:in, zwischen dem Geld und dem Eigentum der anderen, aber immer frei.
„Zwischenleben“ zeigt Menschen und Orte, die entweder bereits verschwunden sind oder eine ungewisse Zukunft haben. Ein Leben auf der Kippe zwischen Obdachlosigkeit und Straßenkunst, zwischen Freiheit und Angst.
Der Journalist Robert Klages ist seit 2018 in Berlin unterwegs und hat umkämpfte Orte dokumentiert. Wie zum Beispiel das „TeePee Land“ oder die Rummelsburger Bucht.
Dass man sich in Berlin gut ungestört verstecken kann, zeigt der Fall des gesuchten ehemaligen RAF-Terroristen Burkhard Garweg, der sich jahrelang auf einem Bauwagenplatz versteckt hielt unter falscher Identität. Andere verkriechen sich freiwillig oder aus Mangel an Wohnraum.
„Sie können uns aus der Stadt schmeißen, unsere Hütten einreißen, uns verdrängen, uns verurteilen, aber sie können uns nicht aus dem Gedächtnis löschen.“ („Hotte“, obdachlos)
Der Freiraum wird immer knapper in Berlin. Wo früher Brachen waren, die von Menschen genutzt wurden, stehen heute Bürogebäude. Die Zwischenmenschen verschwinden in die letzten Ritze der Stadt und finden immer wieder neue Orte zum Existieren, den die Anderen nicht sehen, nicht wahrnehmen, nicht für möglich halten. Und manchmal wird aus diesen Zwischenorten Zeitgeschichte. Wie zum Beispiel das Baumhaus auf dem ehemaligen Grenzstreifen in Kreuzberg.